Wenn unsere Schüler später einmal genauso über unsere Schule reden, wie Helmut Schmidt von seiner, dann sind wir unserem Ideal von Schule ein Stück näher gekommen. Denn besser und überzeugender kann man nicht der musisch-künst- lerischen Bildung und der neuen Lernkultur das Wort reden, als es Helmut Schmidt getan hat. In einem Fernsehinterview bekannte Helmut Schmidt z.B. ohne Scheu, dass an seiner Schule die Mathematik wohl etwas kurz gekommen sei. Dafür aber mussten alle Schüler in jedem Schuljahr eine sogenannte Jahresarbeit erledigen, ein selbständig erarbeitetes, schriftlich vorgelegtes Referat bzw. eine Facharbeit.
Wir haben uns erlaubt, im Dez. 2005 die Kopie eines Berichts von www.zeit.de zu kopieren. (Klick aufs Logo führt zum Original, so lange es die Zeit online anbietet). |
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Meine Lehrjahre: Helmut Schmidt, Politiker und Publizist.
Ich habe in meiner Schulzeit manches gelernt, was mir mein Leben lang gute Dienste erwiesen hat. Die vier Grundschuljahre von 1925 bis 1929 haben mich kaum beeinflusst. Aber die Lichtwarkschule hat mich schon geformt. Sie nannte sich "Deutsche Oberschule" und trug den Namen Alfred Lichtwarks, der Ende des 19. Jahrhunderts die Hamburger Kunsthalle geleitet hatte. Sein Name war Programm, denn die musischen Fächer, Musikerziehung und Kunsterziehung, wurden ganz groß geschrieben.
Dabei ging es weniger um Theorie als darum, zu singen und zu musizieren, Theater zu spielen und zu malen oder zu zeichnen. Die Schule hatte zwei Orchester, ein oder zwei Chöre. Mein Interesse für die Musik und für die bildende Kunst hat in der Lichtwarkschule einen entscheidenden Anstoß bekommen. Von den Naturwissenschaften lässt sich das nicht sagen, denn sie wurden dort eher vernachlässigt. Das gilt leider auch für die Fremdsprachen; so habe ich nur Englisch und ein wenig Latein gelernt.
Die wahrscheinlich wichtigste Mitgift der Lichtwarkschule war aber die Selbstständigkeit, zu der sie erzog. Wir lernten, was damals an deutschen Schulen sicher nicht die Regel war: kritisch und selbstständig zu denken. Dazu dienten besonders die so genannten Jahresarbeiten. Jeder Schüler und jede Schülerin (die Schule war koedukativ, auch eine Seltenheit im damaligen Deutschland, mir selber hat dies die Chance gegeben, meine spätere Frau Loki kennen zu lernen, denn wir gingen in eine Klasse) musste sie schreiben. So habe ich als Tertianer, also mit 13 Jahren, eine Arbeit über die Weser-Renaissance verfasst. Ein oder zwei Jahre später war die Konkurrenz zwischen den Häfen Rotterdam, Antwerpen, Bremen und Hamburg mein Thema. Ganz andere Anforderungen stellte dann wiederum eine spätere Jahresarbeit, für die ich zwanzig Kirchenlieder in vierstimmigen Choralsatz setzen musste. All diese Themen wurden nicht oktroyiert, sondern gemeinsam mit den Lehrern festgelegt und sodann selbstständig bearbeitet.
Wir haben immer miteinander debattiert, der Unterricht glich oft Diskutierrunden. Auch diese freie Aussprache war den Nazis natürlich ein Dorn im Auge. Sie haben die Lichtwarkschule 1937 aufgelöst; zugleich mussten wir vorzeitig Abitur machen. Im Herbst des Jahres war ich bereits Soldat. Nach einem Einsatz an der Ostfront diente ich in einem nachgeordneten Stab des Oberkommandos der Luftwaffe, der für die Überprüfung und Einführung neuer Flak-Waffen zuständig war, und hatte erneut das Glück, etwas zu lernen, was mir später von Nutzen war. Meine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, Ausbildungs- und Schießvorschriften für neue Maschinenwaffen zu verfassen. Das musste sorgfältig, preußisch vonstatten gehen und war mit viel Schriftverkehr verbunden. Immerhin habe ich dabei erfahren, wie eine Bürokratie funktioniert. Von diesem Wissen konnte ich bei meiner späteren politischen Tätigkeit viel profitieren.
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Helmut Schmidt, 82, war von 1974 bis 1982 Bundes- kanzler. Seit 1983 ist er einer der Herausgeber der ZEIT.
Wichtige Erkenntnisse ganz anderer Art habe ich in britischer Gefangenschaft gewonnen. Wir kampierten auf belgischem Boden, unter freiem Himmel, hatten nichts zu essen und sahen einer ungewissen Zukunft entgegen. Um keine Verzagtheit aufkommen zu lassen und die bleiernen Tage zu nutzen, haben wir - wie das in vielen deutschen Gefangenenlagern geschah - eine Art Lehrbetrieb aufgemacht. Mehrere von uns hielten Vorträge; ich redete über eine Sitzung des berüchtigten Volksgerichtshofes, zu der ich als Zuschauer abkommandiert worden war.
Von denen, die vortrugen, beeindruckte mich ein Mann besonders, der etwa 20 Jahre älter war als ich, ein Oberstleutnant der Reserve, hoch dekoriert, Ritterkreuz, wahrscheinlich sogar mit Eichenlaub. Vor dem Krieg hatte Hans Bohnenkamp als Professor Pädagogik gelehrt. Jetzt analysierte er für uns junge Zuhörer aus einer christlichen und sozialen Grundhaltung heraus, was in den vergangenen Jahren an Furchtbarem geschehen war, und sprach darüber, wie sich Deutschland verändern müsse. Bohnenkamp hat mir beigebracht, was Demokratie und Rechtsstaat bedeuten. Unter seinem Einfluss bin ich im Gefangenenlager zum Sozialdemokraten geworden.
Nach dem Krieg wirkte Bohnenkamp an den Pädagogischen Hochschulen in Lüneburg und Osnabrück. Er zählte, hoch geachtet, zu den Reformern des deutschen Bildungswesens während der fünfziger Jahre. Professoren wie er sind mir an der Hamburger Universität, wo ich nach der Entlassung aus der Gefangenschaft studierte, nur wenige begegnet. Dem erwachsenen Mann und Kriegsteilnehmer Schmidt kamen einige von ihnen eitel und aufgeblasen vor. Das Studium der Volkswirtschaft habe ich denn auch nicht ganz ernst genommen. Immerhin habe ich es mit einer Diplomarbeit - Die japanische Währungsreform 1946 und die deutsche Währungsreform 1948 - ein Vergleich - erfolgreich abgeschlossen.
Wenn ich heute gefragt werde, wer oder was mich in meinem Leben am stärksten geprägt hat, muss ich die Antwort schuldig bleiben. Ich kann aber sagen, dass ich beim Lernen viel Glück gehabt habe. Ich konnte eine Schule besuchen, die mich selbstständiges Denken gelehrt und an die Kunst herangeführt hat; ich habe in der Wehrmacht Vorgesetzte gehabt, die keine Nazis waren und mir gedanklichen Freiraum ließen; während der Kriegsgefangenschaft traf ich den Menschen, der mir eine neue politische Welt eröffnete, und ich durfte mit Staatsmännern wie Fritz Erler und Jean Monnet zusammenarbeiten, die mir in der Politik zum Vorbild wurden. Dies alles waren Glücksfälle für jemanden wie mich, dessen Lehrjahre in sehr unruhige Zeiten fielen.
Aufgezeichnet von Dieter Buhl
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Vor einigen Jahren immer in Windisch-Eschenbach, die letzten Jahre in der Brünnthaler Hütte bei Kastl verbrachten die Schüler drei Tage nur für die Musik. Die Künstler fuhren dafür in eine Hütte am Ammersee.
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Klangerlebnisse mit Gong, Klangschale und medidativer Musik in der Oase, unserem Ruheraum.
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Trommeln und Djemben - erste und ursprünglichste Musikinstrumente mit der Energie zum Therapieren und Heilen. Deshalb sind sie fester Bestandteil unseres Förder- und Freizeitplanes.
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vgl. dazu Evaluation Kunst- und Musik-QA
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Flötengruppen in der Grundschule ermöglichen frühe Begegnung mit der Notenlehre
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Begeisterung für die Musik bringt nicht nur Vorteile beim Schulabschluss. Gar mancher Schüler findet hier zu Erfolgserlebnissen und Selbstbewusstsein.
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Musik braucht als praktisches Fach Instrumente in der Hand des Schülers für handlungsorientiertes Lernen .
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Und Musik ist geistiges Training, lebt von Konzentration und Entspannung zugleich, kann Therapie sein und die Lebensqualität heben.
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Kunst geschieht als praktisches Fach lebensnah im Werkstattbetrieb. Eine gute Note z.B. in Kunst kann einen sonst wackeligen Qualifizierenden Abschluss retten, wie unsere Auswertung beweist.
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Da darf es auch mal schmutzig sein und eine Weile auch so bleiben.
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Mitarbeit in der Werkstatt eines echten Künstlers schafft originale Begegnungen.
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Schulspiele als abendfüllendes Programm mit professionellem Anspruch bei mehr als 200 Mitwirkenden.
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Schulspielgruppen in Grund- und Haupt- schule schaffen erste Erfahrungsfelder für spätere Präsentationen und Vorträge durch Schüler.
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(05-12-29, lg)
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