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Was wir in Deining bereits tun |
"Der Unterricht muss sich stärker daran orientieren, was für die Schüler von Bedeutung ist. Um die Lesekompetenz zu schulen, könnte man die Gebrauchsanweisung für einen Videorekorder als Unterrichtsstoff behandeln oder die günstigsten Handy-Tarife herausfinden. Aufgaben, die durchaus nicht trivial sind, wie jeder weiß. Rechnen und Geometrie lernen sich leichter, wenn etwa ein pensionierter Handwerker mit den Schülern zusammen eine Hütte für den Schulhof baut. Der Hebel, um Deutschland nach vorn zu bringen, ist eine Steigerung bei den schwächsten Schülern. (...) (neuerer Bericht zu PISA)
(05-07-15 lg)
Manfred Prenzel, Kieler Erziehungswissenschaftler und Leiter des deutschen Pisa-Teils, zu lebensnahem Unterricht und zur Schulsystem-Debatte.
(Zitate des Tages – SPIEGEL.de 09. Dezember 2004)
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Worauf wir vielleicht NOCH stärker achten könnten |
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"Kinder einfach nur Wissen einzutrichtern, ist eine völlig verkehrte Strategie, meint ein Göttinger Hirnforscher. Die "Lerndressur" an Deutschlands Schulen erinnert ihn an die Bulimie: erst Fakten fressen und nach der Prüfung dann der große Brechreiz. Kinder werden nach wie vor als Objekte gesehen, deren Köpfe mit Fachwissen gefüttert werden müssen. So kann man aber nichts lernen. Das Lernen an deutschen Schulen erinnert mich bisweilen an Bulimie." (nach Spiegel.de: Wenn dressierte Schüler ihr Wissen erbrechen)
Unsere Anmerkung dazu:
Dies abzustellen bräuchten wir vor allem die Zustimmung der Eltern. Nicht selten sind sie es gerade, die kalkulierbare Probearbeiten einfordern, also ihren Kindern das punktgenaue Lernen auf die nächste Probearbeit ermöglichen wollen und im Nachgang ggf. mit dem Lehrer um Punkte streiten. Und es ist nicht lange her, da landete eine Probearbeit auf dem Tisch oberster bayerischer Richter.
Damit sollte der Schwarze Peter keineswegs den Eltern zugeschoben werden, denn die Zustimmung der Eltern zur Abkehr von dieser "Lerndressur" wäre denkbar, wenn z.B. die Noten nicht das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Schullaufbahn bzw. der Lebenschancen darstellen würden. Der gesellschaftliche Konsens zur Abkehr von Noten jedoch scheint derzeit in weiter Ferne.
Weiter im Spiegel:" (...) Dann kommt die Prüfung, und anschließend entledigen sich die Schüler des angelernten Wissens wie Essgestörte der Nahrung. Die Kinder müssen anders lernen als bisher. Passiv erlerntes Wissen ist nutzlos. Man kann sich nur einprägen, was man sich selbst erarbeitet hat."
Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen, in einem dpa-Gespräch zum 5. Göttinger Bildungskongresses. Hüther kritisiert den klassischen Unterricht an deutschen Schulen als "passive Lerndressur" - und aus den schlechten Pisa-Ergebnissen zögen deutsche Politiker den falschen Schluss, man müsse "noch mehr Stoff noch schneller und effektiver in die Kinder reinbekommen". Der Wissenschaftler fordert, die Begeisterung der Kinder für das Lernen zu erhalten und zu fördern, statt sie zu reinen "Fachidioten" zu machen.
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